Erfolgreiche Titelverteidigung bei den Deutschen Gehörlosen Triathlon-Meisterschaften
Ein Bericht von unserer Triathletin Annette Schulze:
Kaum zwei Wochen nach dem letzten Wettkampf (Mitteldistanz in Ferropolis) standen bereits die nächsten Deutschen Gehörlosen Triathlon-Meisterschaften auf dem Programm – diesmal über die Sprintdistanz mit 400 Metern Schwimmen, 19 Kilometern Radfahren und 5,4 Kilometern Laufen.
Wie bereits im Vorjahr fanden die Meisterschaften in Erding statt, rund 30 Kilometer nordöstlich von München und bekannt als Heimat der beliebten bayerischen Bierspezialität „Erdinger Alkoholfrei“.
Für mich bedeutete dieser Wettkampf erneut: Mission Titelverteidigung. Besonders freute ich mich auf die kurze Radstrecke, da ich dort meine Stärke weiter ausbauen und unter Beweis stellen wollte.
Auch diesmal hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Obwohl der Himmel überwiegend bewölkt war, herrschten angenehme Temperaturen für einen Triathlonwettkampf. Das Schwimmen wurde erneut im Kronthaler Weiher ausgetragen, dessen Wassertemperatur im Vergleich zum Vorjahr sogar etwas angenehmer war.
Mit einer für mich guten Schwimmleistung verließ ich das Wasser und erreichte die Wechselzone. Dort musste ich jedoch feststellen, dass sich meine stärkste Konkurrentin bereits auf die Radstrecke begeben hatte. Also hieß es: schnell aus dem Schwimmanzug heraus, auf das Triathlonrad aufspringen und mit den Radschuhen – ganz ohne Socken – die Verfolgung aufnehmen.
Erst kurz vor der Wendepunktstrecke, also etwa zur Hälfte der Radstrecke, bekam ich meine Konkurrentin erstmals zu Gesicht. Trotz teilweise böigem Seitenwind gelang es mir erst rund zwei Kilometer vor der zweiten Wechselzone aufzuschließen und schließlich die Führung zu übernehmen.
Zurück in der Wechselzone kämpfte ich mich barfuß in die Laufschuhe, bevor ich die Laufstrecke in Angriff nahm. Die schnelle Radfahrt hatte sich ausgezahlt: Mit einer persönlichen Bestzeit auf dem Rad von 34 Minuten verließ ich zwar schnaufend, aber sehr zufrieden die Wechselzone.
Die Laufstrecke führte überwiegend über schöne, schattige Wege und wechselte zwischen Asphalt- und Waldabschnitten. Die angenehmen Bedingungen ermöglichten es mir, ein hohes Tempo beizubehalten. In der Hoffnung auf eine weitere persönliche Bestleistung mobilisierte ich auf den letzten Kilometern noch einmal alle Kräfte.
Auch wenn es am Ende nicht ganz für eine neue Laufbestzeit reichte, durfte ich mich über eine neue persönliche Gesamtbestzeit freuen. Besonders überraschend war zudem der Sieg in meiner Altersklasse sowie der hervorragende 10. Platz in der Gesamtwertung der Frauen unter 183 normalhörenden Teilnehmerinnen.
Die Titelverteidigung bei den Deutschen Gehörlosen Triathlon-Meisterschaften gelang schließlich souverän mit rund vier Minuten Vorsprung.
Im kommenden Jahr steht für mich der Wechsel in die Altersklasse 45 an. Ein Schritt, dem ich mit etwas Wehmut, aber auch großer Vorfreude auf neue sportliche Herausforderungen entgegenblicke.












