Historischer Erfolg für den deutschen Gehörlosensport
Ein Bericht unserer Triathletin Annette Schulze über die erste Mitteldistanz in der Geschichte des deutschen Gehörlosensports beim NeuseenMAN Triathlon in Ferropolis/Gräfenhainichen/Sachsen-Anhalt:
Der Wettkampf begann mit 1,9 Kilometern Schwimmen im Gremminer See. Die attraktive Schwimmstrecke in einer leicht verjüngten „M“-Form bot beste Bedingungen und machte trotz der eigenen kritischen Einschätzung der Schwimmleistung viel Freude.
Anschließend folgten 90 Kilometer auf dem Rad – eigentlich die persönliche Paradedisziplin. Die Strecke bestand aus zwei Runden à 45 Kilometer und führte über lange, geradlinige Straßen mit teilweise starkem Gegenwind. Einige Abschnitte erinnerten aufgrund des Fahrbahnbelags an frühere DDR-Straßen und sorgten für erhebliche Erschütterungen. Besonders auf dem Zeitfahrrad wurde die Belastung spürbar, was sich nach dem Rennen durch unangenehme Nackenschmerzen bemerkbar machte.
Zum Abschluss wartete der Halbmarathon über 21 Kilometer. Überraschenderweise konnte von Beginn an ein sehr guter Laufrhythmus gefunden werden. Erst ab Kilometer 16 wurden die Beine zunehmend schwerer. Dennoch war Aufgeben zu keinem Zeitpunkt eine Option. Die Laufstrecke führte dreimal über einen sieben Kilometer langen Rundkurs zwischen dem Gelände der Eisenstadt Ferropolis und den umliegenden Feldern. Vorbei an den imposanten Schaufelradbaggern des ehemaligen Tagebaus boten die Maschinen etwas Abkühlung, während auf den offenen Feldpassagen schwüle Temperaturen zusätzliche Herausforderungen mit sich brachten.
Besonders hervorzuheben war die großartige Stimmung entlang der Strecke. Die Unterstützung durch die Veranstalterinnen und Veranstalter sowie die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer machte die letzten Kilometer leichter und sorgte beim Zieleinlauf für echte Gänsehautmomente.
Mit der Fahne der Gehörlosen-Community ging es schließlich ins Ziel – verbunden mit einer neuen persönlichen Bestzeit über die Mitteldistanz. Nach einer Vorbereitung, die zunächst nicht optimal verlief, und der Sorge, dass die Mitteldistanz zu Saisonbeginn möglicherweise zu früh kommen könnte, ist die Freude über dieses Ergebnis umso größer.
Ein historischer Tag für den deutschen Gehörlosensport und ein Erfolg, der lange in Erinnerung bleiben wird.













